| Vorstellungsgespräch |
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| Geschrieben von: Gudrun Smith |
| Sonntag, den 08. Juni 2008 um 00:00 Uhr |
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Nachdem ich in den letzten Blogs viel über Ihre Karriere geschrieben habe, werde ich heute mich mal zum Thema Vorstellungsgespräch äußern. Sie haben erfolgreich Ihre Bewerbungsmappe an das Unternehmen verschickt, haben vielleicht auch noch einmal hinterher telefoniert und nun halten Sie die Einladung zum Vorstellungsgespräch in Ihren Händen. Da ist sicher die Freude groß, doch vielleicht kommt auch schon die Frage, schaffe ich das? Was kommt da auf mich zu? Richtig, jetzt fängt die eigentliche Arbeit erst an. Haben Sie sich zum Bewerbungsanschreiben schon einmal die Homepage angesehen? Wenn nicht, dann ist dieses jetzt Pflicht. Auch die Suchmaschinen sollten jetzt auf jegliche Information durchsucht werden, denn das was Personalern recht ist, nämlich im Internet nach Informationen über Sie zu suchen, sollte Ihnen billig sein. Sie wollen den Job! Oder Sie finden Informationen und sagen, in dieser Firma möchte ich nicht arbeiten. Aber wenn Sie dieses jetzt herausfinden, ist dies allemal besser als wenn Sie es erst bemerken, wenn Sie dort bereits arbeiten. Nehmen Sie sich die Freiheit den Job anzulehnen, wenn Sie zum Beispiel bei Ihrer Recherche herausfinden, dass Ihr zukünftiger Chef eine Choleriker ist und Sie wissen, dass Sie unter so einem Menschen nicht arbeiten können, denn das wird er spüren und Sie spätestens zur Ende der Probezeit entlassen. Wo finden Sie sonst noch Informationen? Zum Beispiel in Blogs oder in Foren. Da können virtuelle Netzwerke eine Hilfe sein, da Sie dort vielleicht auch den ein oder anderen Mitarbeiter dieser Firma ausfindig machen. Dort könnten Sie sich das Profil ansehen, die Beiträge die diese Person hineingestellt haben lesen und so schon einen teilweise informellen Kommunikationsweg öffnen. Vielleicht können Sie auch Fragen an diesen Mitarbeiter stellen. Wo könnten Sie noch Informationen her bekommen. Rufen Sie doch einfach mal bei der Firma an und fragen Sie nach der Firmenbroschüre. Hoffentlich wird es ein nettes Gespräch mit der Sekretärin, denn diese ist häufig bei der Stellengesetzung eine Schlüsselfigur. Wenn das Vorstellungsgespräch mit Ihnen gelaufen ist, wird der Chef häufig die Sekretärin fragen, welchen Eindruck sie hat. Daher gewinnen Sie sie und Sie haben schon einen Pluspunkt erarbeitet. Wenn Sie nun überlegen was Sie zu diesem wichtigen Termin anziehen sollen, dann kann ich Ihnen hier keine Pauschalantwort geben, da es auf die Branche in der Sie sich bewerben ankommt. In einer Bank nicht mit Anzug in einer dunklen Farbe und Kravatte zu erscheinen ist genaus unpassend wie als Handwerker in einem Anzug zu erscheinen. In Spanien ist es nichts ungewöhnliches als Handwerker in einen Anzug zu einem Vorstellungsgespräch zu erscheinen, da er auch zur Arbeit mit diesem erscheint und sich erst vor Ort umzieht. Bei Ingenieuren sieht das ganze ja auch schon wieder anders aus. Bewirbt sich ein Ingenieur für ein Planungsbüro, sollte er zum Vorstellungsgespräch in einem Anzug erscheinen, doch als Bauingenieur, der später die Baustellenaufsicht übernimmt, kann eine Stoffhose mit einem Hemd wieder in Ordnung sein. Daher versuchen Sie im Vorfeld über den Dresscode Informationen zu erhalten. Grundsätzlich gilt: Lieber oberdressed als umgekehrt. Für die Damen gilt ähnliches. Wer sich zum Beispiel in einer Unternehmesberatung bewirbt, sollte auf jeden Fall in einem dunklen Kostüm oder in einem Hosenanzug erscheinen, doch wer sich als Verkäuferin in der Lebensmittelbranche bewirbt ist sicher in einem Kostüm overdressed. Bei der Schminke gilt grundsätzlich, dass weniger mehr ist und auch bei den Schuhen würde ich doch eher zu bequemen raten als dass Sie auf diesen nicht laufen können. Wenn Sie Lippenstift oder Wimperntusche auftragen, gehen Sie kurz vor dem Gespräch auf Toilette und prüfen Sie, ob Ihr Make up vielleicht Korrekturen benötigt. Schuhe sollten grundsätzlich geputzte werden, denn was in den 80iger Jahren verpönt war, ist wieder envogue: Etiquette. Personaler achten darauf, ob Sie mit geputzen Schuhen erscheinen. Nun sollten Sie sich mal Gedanken machen was Sie zu dem Termin mitnehmen würden .... Natürlich können Sie alle Unterlagen, die Sie recheriert haben ordentlich geheftet zum Termin mitnehmen, doch sollten Sie während des Termines nicht zu viel suchen, sondern diese im Vorfeld so gut studiert haben. Zusätzlich sollten Sie die Einladung zum Vorstellungsgespräch, so Sie diese schriftlich bestätigt bekommen haben, mitnehmen. Zusätzlich würde ich Ihnen raten eine Bewerbungsmappe dabei zu haben, falls Sie dort erscheinen und noch jemand von seitens der Firma an dem Gespräch teilnimmt. Wofür könnte die Einladung noch wichtig sein? Stellen Sie sich vor der Tag ist da und Sie leben zum Beispiel in Hannover und das Gespräch ist in Köln, so dass Sie morgens die Strecke fahren und dann kommt der Stau, es geht nicht weiter, die Uhr tickt und Sie stellen fest, Sie können den Termin nicht halten. Hoffentlich ist nun der Akku Ihres Handys nicht leer, so dass Sie mit Hilfe der Einladung schnell Ihren Gesprächspartner anrufen können und dort Bescheid sagen. Wenn Sie in einem Stau stehen, der sich nicht mehr bewegt, rate ich Ihnen steigen Sie doch mal aus und fragen Sie einen LKW-fahrer, denn die wissen häufig mehr als der Verkehrsfunk, da die Fahrer über den Verkehr von der anderen Seite bereits darüber informiert werden, was dort passiert ist und teilweise auch schon abschätzen können wie lange die Verzögerung dauert. Daher noch ein Tipp, fahren Sie nie ohne Proviant los. Ich wollte diese Strecke mal fahren und fuhr zeitig los, aber nach 30 km, ich hätte fast in der Zeit zurücklaufen können, stand ich für die nächsten drei Stunden bei 36 Grad in der prallen Sonne. Die nur nach Hannover wollten und nichts zu trinken bei hatten, taten mir richtig leid. Danach durften wir alle auf der Autobahn wenden und wurden über die A7 umgeleitet, da die Fahrbahn aufgrund von ausgelaufener Farbe, die durch die Temperatur zu schnell getrocknet war, so dass auch die aus Lehrte hinzugerufenen Spezialfeuerwehr die Farbe nicht mehr lösen konnte, abgefräst. In diesem Fall hatte mir ein LKW-fahrer schon diesen Hinweis gegeben. Da ich keinen Termin hatte, habe ich meine Fahrt abgebrochen und bin ein anderes mal gefahren. Aber so kann es gehen. Nachdem Sie angekommen sind, geht es nun in die Arena. Am einfachsten ist es, wenn Sie das Einladungsschreiben der Sekretärin oder Rezeptionistin vorlegen, so brauchen Sie nicht darüber nachdenken wie Ihr Ansprechpartner hieß und wenn Sie Probleme mit der Aussprache seines Namens haben, können Sie, wenn Ihr Ansprechpartner darüber informiert wird, dass Sie da sind noch einmal genaus hinhören. Sollten Sie dennoch den Namen nicht verstanden haben, fragen Sie sobald die Sekretärin aufgelegt hat nach und lassen Sie sich den Namen noch einmal sagen. Sollte das Unternehmen so klein sein, dass Ihr Ansprechpartner Sie an der Tür empfängt, fragen Sie diesen nach der Aussprache seines Namens direkt bei der Begrüßung, denn ihn während des Gesprächs zu erfragen ist schlechter Stil. Das Gespräch In der Regel werden Sie von Ihrem Gesprächspartner bei der Sekretärin oder dem Empfang abgeholt, doch wird Ihnen die Zeit des Wartens wahrscheinlich wie eine Ewigkeit vorkommen, da Sie aufgeregt warten. Was könnte man in der Zeit machen? Vielleicht mit der Sekretärin plaudern, so diese sich die Zeit nimmt oder vielleicht in der Firmenbroschüre blättern oder einfach nur da sitzen und an etwas Schönes denken. Klingt paradox, aber versuchen sie mal an einen See, der ruhig in einem Wald liegt von durch den die Sonnenstrahlen scheinen zu denken. Aus den Bäumen hören Sie einen Vogel zwitschern und unter der Oberfläche des Wassers beobachten Sie Fische. Das hat auf mich immer wieder einen beruhigenden Einfluss. Als nächstes kommt Ihr Gesprächspartner und holt Sie ab. Er bietet Ihnen keine Hand an. Mag er Sie vielleicht nicht? Fangen Sie hier nicht an unsicher zu werden. Sie haben Recht, er sollte Ihnen zur Begrüßung die Hand geben, doch vielleicht tut er es einfach nicht, weil er ahnt, dass Sie vor Aufregung eine schweißige Hand haben und Ihr Ansprechpartner vielleicht den ganzen Tag Bewerber begrüßt und sich davor ekelt die vielen Schweißhände zu berühren. Stattdessen bittet er sich vielleicht einfach ihm zu folgen. Wenn er höflich ist, beginnt er jetzt das Gespräch mit ein wenig Small Talk, zum Beispiel mag er fragen stellen wie die Fahrt war, ob sie lange warten mußten, etc. Sitzen Sie während des Gesprächs gerade und lassen sich nicht wie ein Mehlsack in den Stuhl fallen. Spielen Sie nicht zu sehr mit Ihren Händen, auch wenn Sie natürlich aufgeregt sind. Frauen sollten Ihre Beine wie eine Dame überkreuzen. Diese Position erlaubt es Ihnen sich auf das Gespräch zu konzentieren, denn ich denke, wenn Sie in einem Kostüm die Beine aneinanderlegen, wie Sie es sicher zum Beispiel von Adeligen bei offiziellen Anlässen kennen, werden Sie mit der Aufmerksamkeit nicht voll dem Gespräch folgen. Vergessen Sie nicht an passenden Stellen auch selber Fragen zu stellen. Wie gehen Sie mit einem Getränk um? Es spricht nichts dagegen Kaffee, Tee, Saft oder Cola anzunehmen, doch von Alkohol sollten Sie die Finger lassen. Auch von Zigaretten sollten Sie Abstand nehmen, da es seitdem Antirauchergesetz keinen guten Eindruck macht, wenn Sie ein Geschäftsessen zum Rauchen verlassen. Beachten Sie bitte das Getränk vollständig auszutrinken. Sollten Sie zu aufgregt sein und sich nicht trauen zwischendurch zu trinken, vielleicht auch als Ritual für eine Gedankenpause, dann verzichten Sie bitte auf ein Getränk. Zum Schluß bitte bedanken, egal wie das Gespräch selber verlaufen ist, und sich bitte bei der Sekretärin für die Einladung bedanken, denn wie ich oben schrieb, ist eine guter Draht manchmal Gold wert. In akademischen Kreisen setzt es sich langsam wieder durch, dass man nach ein paar Tagen nicht noch einmal schriftlich bedankt. Nun bleibt mir nur noch das Daumen drücken und Ihnen viel Erfolg beim Beantworten der Fragen zu wünschen. Sollten Sie dahin gehend Unterstützung suchen oder ein Bewerbungscoaching wünschen, stehen wir von Smith-Consult gerne zur Verfügung. |
| Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 02. September 2010 um 20:15 Uhr |




