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Hundekot (Teil 1) PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Gudrun Smith   
Dienstag, den 27. Mai 2014 um 09:02 Uhr

Stress kann durch eine Über- oder Unterforderung ausgelöst werden. Beides führt dazu, dass die Person sich verliert und nicht in sich ruht. Eine koreanische Geschichte über Hundekot mag eine Hilfe sein, denn der kleine Hundehaufen such nach seiner Bestimmung und fühlt sich ungeliebt und nutzlos.

Eines Tages wurde der Hundekot auf einen Gehweg fallen gelassen. Ein Vogel taucht auf und finden den Hundekot hässlich und der Hundekot wird ganz traurig. Dann fällt ein fällt Erde von einem Ochsenkarren, und der Hundekot fragt den Haufen neben ihm was er denn sei. Da klärt der Haufen ihn auf, aber beleidigt den Hundekot, dass er die schrecklichste Form des Kotes auf der Erde sei. Der Hundekot ist ganz entsetzlich traurig und weint sich die Seele aus dem Leib. Der Erdklumpen entschuldigt sich bei dem Hundekot, erzählt aus seinem vorherigen Leben auf dem Feld, wie sein Inhaber beschloss das Feld abzutragen und die Erde für den Hausbau zu verwenden. Der Hundekot hört begeistert zu. Der Erdklumpen war glücklich und aufgeregt als er von der Idee hörte in Zukunft ein Haus zu wärmen, in dem Menschen leben werden. Aber dann fiel er von dem Ochsenkarren und landete neben dem Hundehaufen. Nun ist der Erdklumpen sehr traurig, weil er auf den Tod wartet. Er weiß, dass sein Leben endet, wenn der nächste Ochsenkarren kommt und dieser über ihn fährt; dann wird der Erdklumpen von dem Rad des Ochsenwagens in Stücke zerteilt und zu Staub. Als die Erde so traurig ist und über den Tod sinniert, erzählt sie was sie Böses im letzten Jahr tat. Er ist trocken, die Sonne knallt und die Pflanzen nehmen der Erde das Wasser. Die Erde wünscht den Pflanzen, die ihr das Wasser entziehen den Tod. Als die Pflanzen aufgrund der Trockenheit wirklich sterben, bekommt die Erde ein schlechtes Gewissen und fühlt sich hilflos. Da nimmt sich die Erde vor, wenn sie die Situation noch einmal erleben darf, werde ich niemals mehr so handeln, sondern gut auf die Pflanzen achten. Der Hundekot versucht der Erde zu erklären, dass es nicht seine Schuld war, sondern die Sonne, doch die Erde nimmt die Verantwortung auf sich und fühlt sich schuldig.

Da passiert etwas Unglaubliches. Es kommt ein Ochsenwagen. Dieser hält an und sammelt die Erde ein. Warum bloß? Es ist der Besitzer der Erde, der sofort erkennt, dass es sich bei dem Klumpen um seine wertvolle Erde handelt. Die Erde kann ihr Glück kaum fassen. Es passiert noch etwas anderes. Der Hundekot freut sich mit seinem Freund, doch gleichzeitig wird er ganz traurig. Er ist wieder alleine und hat niemanden mehr zum Reden. Bevor die Erde den Hundekot verlässt, sagt sich noch zu ihm, dass alles für etwas gut sei, auch er. Die Zeit der Einsamkeit nutzt er, um über diese Worte nachzudenken.

Welche Bestimmung haben wir? Wann wir unsere Bestimmung leben, lässt der Stress nach. Was wollen wir, dass die Menschen sich über unseren Tod hinaus erzählen?

Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 17. Dezember 2016 um 13:36 Uhr