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23 | 06 | 2018
Das Mädchen und die Zeit PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Gudrun Smith   
Samstag, den 09. November 2013 um 11:00 Uhr

Es war einmal ein Mädchen, das hatte dunkle Haare und lief barfuß durch die Ruine, in der es wohnte. Es trug einen Rock aus Flicken und eine Jacke, die ihm viel zu groß war. Das Mädchen war so circa acht Jahre alt und konnte weder lesen noch schreiben.

Es war freundlich zu jedem und schlichtete so manchen Streit, so dass die Menschen sagten, wenn es einen Streit zu schlichten gab: "Geh doch zu dem Mädchen."

Das Mädchen dachte sich für seine kindlichen Freunde immer lustige Spiele in ihrer Ruine aus. Doch am liebsten verbrachte es seine Zeit mit Gogi dem Straßenreiniger und Bobi, der vielen Berufen nachging. Gogi liebte das Mädchen für seinen Tiefsinn und Bobi für die vielen schönen Geschichten, die er erzählen konnte.

Die Zeit schritt voran und die Menschen veränderten sich. Sie begannen zu verstehen, dass wenn sie weniger redeten, weniger Zeit mit ihren Hobbies verbrachten, die Eltern nicht pflegten, sondern in ein Altenheim gaben, dass sie mehr erreichen konnten. Die Kinder hatten keine Zeit mehr, denn sie mussten ihre Eltern unterstützen. Ihre Herzen wurden kalt, denn die Menschen dachten nur noch daran Zeit zu sparen. Die Arbeiten wurden effizienter durchgeführt und mehr wurde in weniger Zeit geschafft.

Das Mädchen und seine Freunde durchschauten was passiert war und entschieden sich eine Demonstration für mehr Zeit zu organisieren. Aber die Menschen kamen nicht. Sie hatten keine Zeit.

Warum haben wir immer weniger Zeit, obwohl wir mehr zeitsparende Erfindungen machen? Warum sind wir immer unruhiger, obwohl wir mehr Zeit hätten uns auszuruhen? Unsere Vorfahren, Großeltern hatten keine Autos, keine Waschmaschinen und keine Computer, aber sie hatten mehr Ruhe und mehr Zeit als wir heute. Wo bleibt unsere Zeit?

Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 17. Dezember 2016 um 13:37 Uhr