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15 | 08 | 2018
Die Lebensline / der Lebenschart PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Gudrun Smith   
Dienstag, den 16. Juli 2013 um 19:13 Uhr

Stress ist ein Bestandteil unseres Lebens und grundsätzlich nicht Negatives. Wenn jemand sich gestresst fühlt, kommt es regelmäßig vor, dass eine Person externe Hilfe anfragt, um Lösungen zu finden. In einem Coaching werden regelmäßig Methoden verwendet, die dem Klienten dabei unterstützen sich besser zu verstehen. Eine Methode, die gerne zu Beginn der Coachingprozesses genutzt wird, ist die Lebenslinie oder auch Lebenschart genannt.

Die Lebenslinie wird in vielen Bereichen der Psychologie verwendet, z.B. in der Karriereplanung, in der Verkehrspsychologie oder im Coaching. In der Verkehrspsychologie wird die Methode zum Beispiel dazu verwendet, um Stresssituationen, die mit Alkohol oder Drogen betäubt wurden, herauszufinden. Beim Coaching können herausragende Lebenssituationen der Vergangenheit betrachtet werden und nachdem der Klient seine Kurve erklärt hat, tauscht sich der Coach mit dem Klienten darüber aus wie die Situationen in der Vergangenheit gelöst wurden und diskutiert mit dem Klienten, ob damalige Lösungen in der jetzigen Situation Anwendung finden könnten.

Bei der Lebenslinie beginnt man bei dem ersten Ereignis an das sich der Klient erinnert und zeichnet alle relvanten Ereignisse die diesem ersten folgten ein, z. B. Trennung der Eltern, Tod des Großvaters, etc. Da wir eine Kurve und nicht nur Ereignisse auswerten wollen, kann zum Beispiel eine Stresskurve durch die Ereignisse gezeichnet werden, deren Höhe, die Y-Achse, das Stresslevel anzeigt.

Dabei kann die Y-Achse in wenig, mittel und viel untergliedert werden, während die X-Achse in Jahre aufgeteilt wird, so dass dort die Ereignisse chronologisch eingetragen werden.

Wichtig ist mir dabei auch die Zukunft, da sich der Klient in diesem Moment, oft ohne sich dessen bewusst zu sein, Ziele setzt, die er nicht in kurzer, sondern in Zukunft erreichen will. Wisschaftliche Studien, z.B. *J.L. van Gelder, H. Hershfield et. al. haben in einem Experiement zu krimineller Energie gezeigt, dass jemand, der in einem Brief an sich selber wie er in zwanzig Jahren leben will, in einem aufbauenden Fragebogen im Durchschnitt einen signifikanten Unterschied an geringerer krimineller Energie ausweist als jene Experimentalgruppe, die in dem Brief an sich selbst schreiben sollten wie sie in drei Monaten sein wollten. In einem zweiten Experiment wurde dieser Effekt bestätigt.

Bei Stressklienten sollte auf realistische Lösungen geachtet werden, da sie dazu tendieren sich zu überschätzen. Wichtig sind in diesem Fall "Erlauber", die den Stress Triggern gegenübergestellt werden. Diese sollten aber nicht in derselben Sitzung wie die Lebenslinie bearbeitet werden, sondern in einer der Folgenden, denn beides würde den Klienten in einer Sitzung überfordern.

(* Jean-Louis van Gelder, Hal Hershfield, Loran F. Nordgren. Vividness of the Future Self Predicts Delinquency. Psychological Science, Band 24, Nummer 6, Seite 974-980)

Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 17. Dezember 2016 um 13:35 Uhr