15 | 08 | 2018
Aktiv zuhören PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Gudrun Smith   
Freitag, den 21. Juni 2013 um 11:19 Uhr

Zuhören und die richtigen Fragen im passenden Moment stellen, sollten die zentralen Fähigkeit eines Coaches sein. Dabei spricht der Coach beim Klienten vier Ohren (von Schulz von Thun) an. Die Frage oder Aussage des Coaches trifft beim Klienten auf das Beziehungsohr, das Appellohr, das Sachohr und auf das Selbstkundgabeohr. Auch wenn ich jetzt die Ohren am Beispiel des Klienten erkläre, treffen die vier Ohren auch auf den Sprecher zu.


 

Wie betont der Coach eine Nachricht? Ob die Nachricht verstärkt das Beziehungsohr oder das Sachohr trifft, hängt von den Inhalten, aber verstärkt von der Betonung wie eine Nachricht gesagt wird, ab.

Coach: „Wie fühlen Sie sich heute?“

Klient: „Ich fühle mich heute überhaupt nicht gut.“

Coach: „Liebe Frau .... Was bedrückt Sie denn heute?“

Der Klient kann diese Nachricht nun verschieden hören. Auf der Beziehungsebene mag der Therapeut Mitleid mit seiner Klientin haben, als Appell fordert er seine Klientin auf über das was sie bedrückt zu reden, das Sachohr stellt fest, dass es der Klientin nicht gut geht und das Selbstoffenbarungsohr macht deutlich, dass der Coach bereit ist auf seine Klientin zu zugehen und er für sie Verständnis hat.

Nun ist es so, dass nicht jede gesagte Nachricht beim Hörenden so ankommt wie sie der Sendende gemeint hat. Die Klientin kann von der Fürsorge ihres Coaches genervt sein, weil sie jeder bemitleidet, obwohl sie viel lieber eine Antwort wüsste, warum es ihr so schlecht geht. Der Coach kann an diesem Punkt zu der Coachingsitzung überleiten und zum Ende erneut fragen, ob es der Klienten denn nun besser ginge.

Die Ohren sind einfach ein schönes Beispiel, dass der Mensch nicht nur die Sachnachricht aufnimmt, sondern auch die Emotionen immer mithören. Die Emotionen, mit denen etwas gesagt wurde richtig zu interpretieren, ist häufig nicht einfach. Um herauszufinden, ob der Coach das gemeint hat, was der Klient meint gehört zu haben, könnte der Klient nachfragen und so verhindern, dass etwas Ungeklärtes im Raum stehen bleibt. Wenn der Klient sich nicht traut nachzufragen, wird ein guter Coach an der Körpersprache erkennen, dass es eine Störung gibt und von sich aus nachfragen.

Warum fragt ein Coach in einer Coachingsitzung häufig nach, ob er das Gesagte richtig verstanden hat?

Eben aus dem obigen Grund. Einem guten Coach ist es wichtig, dass er seinen Klienten richtig versteht und das Gesagte nicht auf dem falschen Ohr versteht. Jedes Missverständnis dieser Art, verhindert einen kreativen und produktiven Coachingprozess.

Natürlich ist diese Begebenheit auf viele Situationen im Leben übertragbar. Fallen Ihnen spontan Situationen ein?

Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 17. Dezember 2016 um 13:36 Uhr