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06 | 09 | 2010
Kognitionswissenschaftler/in PDF Print E-mail
Written by Gudrun Smith   
Sunday, 04 July 2010 11:32

Die Kongnitionswissenschaftler (der flüssigeren Lesbarkeit wegen verwende ich die männliche Form) beschäftigen sich interdisziplinär mit kognitiven Prozessen des Menschen. Die Disziplin beinhaltet viele fachliche Unterdisziplinen. Wenn wir einen Gegenstand sehen, hat dieses mit der Wahrnehmung zu tun und parallel zu den Funktionen die im Auge stattfinden, hat das Gehirn die Bilder, die das Auge sieht bereits zu verarbeiten. Je nachdem was das Auge sieht, werden Handlungen veranlasst. Bei Befahr wird die Flucht eingeleitet. Der motorische Apparat wird in Bewegung gesetzt. Die Schaltzentrale sitzt wieder im Gehirn.

  
Aufgabengebiete

Das obige Beispiel macht klar wie komplex die Arbeit als Kognitionswissenschaftler ist. Alle fünf Sinnesorgane laufen im Gehirn zusammen. Die Eindrücke, die auf das Gehirn einströmen, werden von diesem gefiltert, es werden sozusagen Prioritäten gesetzt, um dann die nötigen Handlungen auszuführen. Neben den Sinneseindrücken, die auf uns einwirken, ist der Mensch auch noch in der Lage, seine Eindrücke in Worte zu fassen. Die Sprache alleine ist bereits komplex. Wir ziehen Buchstaben zu Worten zusammen, wir haben eine Grammatik, die wir aus Worten bilden. Dann gibt es für eine Sache auch noch verschiedene Worte. Das alles verarbeitet das Gehirn in der Regel zuverlässig. Doch welche Prozesse dabei im Gehirn ablaufen, ist bis ins Detail bis heute nicht geklärt. Es gibt verschiedene Modelle. Faszinierend ist, dass wir die Worte nicht vergessen. Viele Worte, die wir lernen, gebrauchen wir über Jahre hinweg nicht, dennoch kennen wir deren Bedeutung. Neben der gesprochenen Sprache, gebrauchen wir noch eine nonverbale Sprache, die Gestik und Mimik einschließt.

Ein weiteres spannendes Gebiet der Kognitionswissenschaften ist die künstliche Intelligenz. Hiermit arbeitet die Autoindustrie, wenn das Auto Gefahren erkennt und selber reagiert. Die Kognitionswissenschaft arbeitet eng mit der Informatik und der Ingenieurswissenschaft zusammen. Bei diesen Versuchen werden Reaktionszeiten häufig am Computer gemessen, es werden z.B. Augenbewegungen beobachtet, es werden Zeiten von Handlungsabläufen aufgezeichnet und ausgewertet.

Arbeitsgebiete

Die Kognitionswissenschaftler schlagen häufig eine Karriere an der Universität ein. Dabei arbeiten sie in interdisziplinären Teams, um die Erfahrung auszutauschen. Die Teamsprache kann englisch sein, da wie in der Wirtschaft die Wissenschaft global arbeitet. Die praktische Umsetzung der an der Universität gewonnenen Kenntnisse sind vielfältig. Da ist wie bereits erwähnt die Industrie, aber auch die Medizin. In diesem Bereich sind dann wieder Diplompsychologen tätig.

Es bleibt nicht aus, dass wir zum einen Altern und zum Anderen, dass Unfälle geschehen. Diese können das kognitive System beeinträchtigen. Beispiele mögen sein, dass jemand die sematischen Zusammenhänge von Sätzen nicht versteht, auch wenn er kein Problem hat die Worte zu verstehen. Ein anderer mag Teile seines Geschichtsfeldes nicht mehr verarbeiten, aber dennoch sehen. Da das Gebiet sehr komplex ist, sind auch hier wieder viele Möglichkeiten offen.

Auch Alkoholismus ist ein Thema, dass Kognistionswissenschaftler interessiert. Vielleicht kennen sie den Begriff des Korsakow-Syndroms? Es ist die Amnesie die Alkololiker nach langem und exessivem Genusses mit großer Wahrscheinlichkeit ausbilden. Dabei handelt es sich um Gedächtnisausfälle. Um die Amnesie zu diagnostizieren und zu therapieren, werden Psychologen eingesetzt.

Eine weitere praktische Anwendung ist die Arbeit in einem wissenschaftlich verlegenden Verlag. Dort werden Mitarbeiter für das Lektoriat gesucht, die Bücher aus ihrem Fachgebiet gegenlesen und beurteilen.

Studium

Schnell lässt sich erkennen, dass dieser Beruf nur über eine Studium möglich ist. Daher ist das Abitur oder eine andere Studienzulassung Voraussetzung. Wie bei vielen anderen Studiengängen wurde auch hier vom Diplom auf Bachelor- und Masterprogramme umgestellt, d.h. sechs bis acht Semester für den Bachelor und darauf den Master mit zwei bis vier Semestern.

Die Kernbereiche der Kognitionswissenschaften beinhalten Themen wie Kognitionspsychologie, Neurowissenschaften, Computerliguistik, Ingenieurpsychologie und Philosophie. Da es sich um eine universitäre Ausbildung handelt werden neben theoretischem und praktischem Wissen Kenntnisse zu empirischen, analytischen und technischen Methoden vermittelt. Diese Methoden werden bei der Erforschung des Gehirns eingesetzt.

Hier eine Auswahl der Pflichtfächer:
- Neurobiologie
- Mathematik
- Computerliguistik
- Informatik
- Kognitive Psychologie oder Neuropsychologie
- Logik
- Philosophie

Daneben werden auch noch Wahlpflichtfächer angeboten, die je nach Schwerpunkt der Universität variieren.

Empfehlenswert ist es im Ausland einige Semester zu studieren. Dabei sollte beachtet werden, dass neben dem Spaß, das Studieren nicht zu kurz kommen sollte. Die Überlegung, ob man sich nicht direkt an einer Universität mit Partneruniverisitäten im Ausland bewirbt, da dann keine Anerkennungsproblem bezüglich der Studienleistungen bestehen, sollte mit einbezogen werden. Ein Studienaufenthalt im Ausland kann mit Stipendien gefördert werden.

Last Updated on Thursday, 02 September 2010 20:31