| Fachkräftemangel |
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| Written by Gudrun Smith |
| Saturday, 08 May 2010 07:26 |
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Seit einiger Zeit wird darüber gesprochen, dass während des nächsten Wirtschaftsaufschwungs massiver Fachkräftemangel herrschen wird. Dieser Mangel soll nicht nur auf Ingenieuer und Maschinenbau oder medizinisches Personal umfassen, sondern fast alle Berufe. Sogar Ungelernte sollen für bestimmte Sparten Mangelware werden. Wenn wir den Lebensstandard erhalten wollen, braucht es mehr Flexibilität. Auch wenn dieses im Moment nicht vorstellbar ist, kann ich mir dieses Szenario gut vorstellen. Dafür gibt es verschiedene Gründe. Zum einen sicherlich, dass es in bestimmten akademischen Berufen zu wenig Absolventen geben wird, da die geburtsschwachen Jahrgänge nun studieren und die Studienauswahl steigt. Heute ist es sogar möglich einen Bachelor of Art in Kosmetik zu absolvieren. Ebenso wird der demographische Wandel des Alterns weitere Spuren hinterlassen. Immer mehr Menschen gehen in Rente und reißen Lücken in Geschäftsabläufe, weil die Stellen nicht mehr besetzt werden, da die Arbeit jungen Menschen nicht attaktiv erscheint oder sie dort keine beruflichen Entwicklungschancen erkennen. So sind zum Beispiel Ingenieuere, die sich auf Holzverarbeitung spezialisiert haben, eine aussterbende Spezies. Unternehmen, die noch in diesem Bereich tätig sind, werden kaum junge Ingenieure finden werden, die diesen Bereich für sich als Zukunftsmarkt annehmen. Selbst wenn die Stellen der Älteren besetzt werden können, steht in Deutschland noch ein viel größeres Thema an. Wo bleiben in Deutschland neue Innovationen, um neue zukunftsweisende Branchen aufzubauen? Hier steht meines Erachtens Deutschland vor der viel größeren Herausforderung als vielen bewusst ist. Deutschland hat viele Innovationen schlichtweg verschlafen. In anderen Ländern bzw. auf anderen Kontinenten sind Millionen zukunftsweisende Arbeitsplätze durch elektronische Massenprodukte geschaffen worden und wo haben wir die Möglichkeit auf deutsche Produkte zurückzugreifen? Positiv anzumerken ist, dass nun die Poliktik trotz extrem klammer Kassen darüber nachdenkt wie sie den Einsatz von Venture Capital für Forschung und Entwicklung durch steuerlichen Anreize attraktiver gestalten kann. Ob nun die geographischen Cluster fördernd sind, wage ich teilweise zu bezweifeln, da es in meinen Augen ein Naturgesetz ist, dass dort wo sich innovative Unternehmen niederlassen, weitere Unternehmen dieser Branche andocken. Als zukunftsweisende Bedarfsfelder wurden in diesem Zusammenhang Klima und Energie, Gesundheit und Ernährung, Mobilität, Kommunikation und Sicherheit benannt, so dass steuerliche Förderungen auf Venture Capital für kleine und große Unternehmen und Forschungseinrichtungen möglich sein werden. Dabei sollen kleine Unternehmen stärker gefördert werden als Großunternehmen. Neben den Bedarfsfelder gilt auch die Reise- und Freizeitindustrie als Wachstumsbranche. Der wirtschaftliche Aufschwung wird in Zukunft nicht mehr aus den westlichen Industrieländern kommen sondern aus dem asiatischen Raum, so dass verstärkt Besucher aus dem asiatischen Raum, vorallem, China erwartet werden. Aber wie begründet sich das Wachstum bei uns? Die chinesische bzw. asiatische Wirtschaft beschäftigt so viele Menschen, dass wir einen Tourismusboom erleben werden, wie wir ihn bisher nicht kannten. Was bedeutet das für den Fachkräftemangel? Deutschland steht vor einem Strukturwandel wie es ihn schon lange nicht mehr gesehen hat. Die Unsicherheit, die junge Menschen bereits erfahren, wird weiter expandieren und Branchen erfassen, die bisher noch durch relative Sicherheit gekennzeichnet sind, z.B. Gesundheitsbranche. Neues bringt Unruhe und Unsicherheit. Unsicherheit entsteht durch die Veränderung, das das Risiko des Scheiterns beinhaltet. Die Lebensläufe der Zukunft werden noch brüchiger. Karriere im Sinne der Vergangenheit wird es kaum noch geben, doch der Fachkräftemangel wird durch den Strukturwandel zunehmen, da Schulen und Universitäten so speziell nicht ausbilden können. Das bedeutet auch längere Anlernzeiten in Betrieben und Unternehmen. Ein Wechsel von einem Unternehmen zum anderen gestaltet sich schwieriger. Unter diesen Bedingungen wird Employability noch wesentlich an Bedeutung gewinnen. Ein Ingenieur der heute Autos mit Ottomotoren baut, könnte in Zeiten der Elektroautos überflüssig sein. Daraus ergibt sich die Frage, ob der Erwerbstätige bereit ist, noch einmal zu lernen, ggfs. eine Aufbaustudium zu absolvieren und mit einem Anfangsgehalt seine Karriere neu zu starten. Der Arbeitnehmer der Zukunft wird wie der Unternehmer mehr Verantwortung für seine eigene Karriere übernehmen müssen. Das beinhaltet neben Karrierebrüchen auch finanzielle Ausfälle. Die Bildungslandschaft wird sich verändern. Die Studienangebote werden sich stärker verändern als es bisher der Fall ist und sich stärker an verändernde Forschungsgebiete anpassen. Die Produktzyklen werden sich in Zukunft weiter verkürzen. Das wird den Druck auf Forschung und Entwicklung erhöhen. Vor 10 Jahren kamen die Handys und das Internet als Massenprodukt auf den Markt und jeder wollte die Produkte haben. Durch eine große Variabilität der Produkte war es der Branche möglich bis jetzt weiter große Gewinne zu generieren. Nun ist die Zeit der Konsolidierung eingetreten, da der Markt der westlichen Industrienationen gesättigt ist und Arbeitnehmer, deren Fähigkeiten vor einigen Jahren gefragt waren, sind heute Arbeitssuchende. Die hohe Spezialisierung führt zu längeren Einarbeitungszeiten in Unternehmen und Betrieben. Der übergangslose Wechsel von einem Unternehmen in ein anderes wird schwerer realisierbar werden. Häufiger als bisher wird eine Phase der Arbeitssuche und der Weiterbildung folgen. In diesem Zusammenhang wird Employability eine größere Rolle als bisher einnehmen. Daraus resultiert, dass die Haltbarkeit des Wissens weiter sinkt. Neben den Bedarfsfeldern gibt es auch weiterhin die klassischen Unternehmen. Ich denke da zum Beispiel gerade an die Wachmittelindustrie, die solange mit Wachpulver gewaschen wird, mit innovativen Produkten weiterhin gutes Geld verdient. Doch kauft niemand das 5te Wachmittel und die 10te Waschmaschine, wenn er sie nicht benötigt. Daher ist in diesen Branchen der Fachkräftebedarf begrenzt, so wie auch in der Fachkräftebedarf in der Handybranche in Zukunft begrenzt sein wird, da die Gewinnspannen der letzten Jahre der Vergangenheit angehören. Die Geschichte lehrt uns, wenn die Marktsättigung eintritt, sind Unternehmen zu aller erst auf der Suche nach Kosteneinsparpotenzial und dazu wird auch in Zukunft die teilweise Verlagerung von Produktionsstätten in andere kostengünstigere Länder zählen. Wir sind eine Industrienation und werden, so wir unseren Lebensstandard halten wollen nicht darum herumkommen, neue Forschungs- und Entwicklungsfelder zu erobern. Deutschland wird, ob es will oder nicht, nur erfolgreich sein, wenn es sich diesen neuen Gegebenheiten anpassen kann. Viele hochkarätige Akademiker haben das Land bereits verlassen, weil sie in Deutschland nicht die Voraussetzungen für Forschung und Entwicklung gefunden haben, die sie sich gewünscht haben. Wenn wir in Deutschland Erfolg wollen, sollten wir die Herausforderung annehmen und die Hürden der Vergangenheit abbauen. Wann werden die Fachkräfte für morgen ausgebildet? |
| Last Updated on Thursday, 02 September 2010 20:28 |




