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06 | 09 | 2010
Sinken des Lebensstandards PDF Print E-mail
Written by Gudrun Smith   
Sunday, 06 December 2009 17:47

Die Wirtschafts- und Finanzkrise hat sich noch nicht ganz entfaltet, da stellt sich die Frage wie die Regierung ihre Kredite zurückbezahlen will. Meines Wissens nach sind bis zu 60% Kreditaufnahme der Wirtschaftsleistung dem Staat von der EU Regierung erlaubt. Dies ist für mich schon erschreckend, denn ein gesundes Unternehmen wird es nicht soweit kommen lassen, dass die Kosten die Einnahmen soweit überschreiten, denn was bedeutet eine Kreditaufnahme, dass die Investitionen, welche auch immer, das Eigenkapital und die Wirtschaftsleistung übersteigen. Sicher kann ein Unternehmen auch einen Kredit aufnehmen, wenn Forderungen offenstehen, doch sollte ein Unternehmen meines Erachtens dieses nur im Ausnahmefall tun. Offene Forderungen bedeuten noch lange nicht, dass sie zum geplanten Forderungstermin zurückgezahlt, noch dass sie überhaupt gezahlt werden.

Nun hat die Regierung ihre Kredite in etwa verdoppelt ohne einen ernsthaften Plan zu haben wie diese wieder ausgeglichen werden sollen ohne das Steuern erhöht werden oder Subventionen gestrichen werden. Sicher war es richtig manche Banken zu stützen, doch es erschreckt mich, dass die Konsequenzen, die sich daraus ergeben, so wenig diskutiert werden. Ohne das Geld der Notenbanken wären die "Rettungspakete" für manche Industrien und die Banken nicht möglich gewesen, da die Staaten das Geld nicht gehabt hätten. Nun befindet sich zu viel Geld auf dem Wirtschaftsmarkt, welches zur Zeit in Form von Krediten vergeben wurde. Wenn das Bruttoinlandsprodukt wieder positiv ausfällt, soll dieses Geld wieder vom Markt genommen werden. Ob dieses zum richtigen Zeitpunkt klappt, ist noch umstritten, denn zuviel Geld auf dem Markt, bringt bei wirtschaftlichem Aufschwung Inflation, d.h. die Preise für Produkte steigen, aber ob es auch die Löhne steigen lässt, ist fraglich, wenn wir an den letzten Wirtschaftsaufschwung denken. Wird das Geld zu früh entzogen, droht die Deflation, d.h. die Preise sinken. Dieses beobachten wir für manche Produkte zur Zeit. Auch für die Löhne, die seit Anfang des Jahrtausends nicht in gleichem Umfang wie die Inflation gestiegen sind.

Experten haben berechnet, dass die deutsche Wirtschaft mit 4.5 Prozent wachsen müsste, um 2020 die Schulden wieder auf die von der EU erlaubten 60% reduziert zu haben, aber gleichzeitig rechnen Wirtschaftsexperten mit einem Wachstum von ca. 2%. Damit ergibt sich bereits eine Diskrepanz. Die Idee Subventionen zu streichen halte ich für den richtigen Weg, doch gleichzeitig die Steuern zu erhöhen, wird die Gehälter vielfach überfordern. Vor ein paar Tagen habe ich durch Zufall einen Aushang in einem Krankenhaus gelesen auf dem geschrieben stand, dass das Weihnachtsbüffet 6.50 Euro koste und jeder soviel Essen kann wie er möchte. Da bin ich erschrocken. Entweder wird das Essen sehr stark subventioniert, lässt die Qualität zu wünschen übrig, was ich nicht vermute, oder der Mitarbeiter ist nicht mehr in der Lage mehr zu zahlen. Im letzten Fall wäre das Lohnniveau so niedrig, dass sich die Frage gestellt werden kann, wie entwickelt sich dieses auf dem Hintergrund der Wirtschafts- und Finanzkrise.

Fakt ist, dass in der EU mittlerweile weniger Einfamilienhäuser gekauft werden. Dieses war bereits vor der Wirtschaftskrise in einer Studie festgestellt worden und daran hat sich nicht viel geändert. Hinzukommt, dass große, bisher namenhafte Unternehmen viele 1,000 Mitarbeiter entlassen und die ersten Unternehmen ihre Produktion von Deutschland in die Länder verlegen, wo sie ihre Produkte verkaufen. Auch dieses ein Umstand, der in Deutschland Arbeitsplätze kosten wird. Stellt sich die Frage, wo entstehen neue?

Früher wurden für Neugründungen häufig Kredite aufgenommen. Doch hier stellen mittlerweile nicht nur Mittelständler, sondern auch große Unternehmen und Staaten, fest, dass die Kreditvergabe restriktiver geworden ist und die Bonität sehr schnell sinkt, wenn sich die Rahmenbedingungen verschlechtern. Daraus folgt, dass neue Firmen nicht mehr so groß gegründet werden und weniger Arbeitsplätze entstehen werden. Aufgrund der obigen Beschreibungen bezweifele ich auch, dass sie so schnell wachsen wie sie teilweise in der Vergangenheit gewachsen sind. Das schrumpfen der großen Unternehmen, die restiktive Kreditvergabe und das langsamere Wachstum lassen die Steuereinnahmen des Staates gewaltig schrumpfen.

Nun zu einem weiteren Industriestaat. Wussten Sie dass der japanische Staat Ende 2009 wahrscheinlich eine Kreditaufnahmen von ca. 216% der Wirtschaftsleistung hat und damit zum ersten Mal mehr Kredit aufgenommen hat als der Staat einnimmt? Japan kämpft seit ca. 10 Jahren mit der Deflation, mal weniger mal mehr. Laut Wirtschaftsexperten ist Japan in diese Situation geraten, weil sie Ende der 90iger eine Wirtschafts- und Finanzkrise hatten und der Staat nicht schnell genug mit Förderprogrammen gestützt hat. Daher hoffen die Wirtschaftsexperten, dass dieses der EU erspart bleibt. Stellt sich bei mir die Frage: Warum? Wenn die Gehälter und Löhne genauso wenig steigen wie beim letzten Wirtschaftsaufschwung, die Energiepreise weiter steigen, was vermutlich eintrifft, die Preise für Nahrungsmittel und Investitionsgüter, z.B. Autos steigen, diese aber nicht mehr finanziert werden können, sinken die Preise, um den Verkauf anzukurbeln und anstatt einer Inflation, könnte die Deflation eintreten, obwohl die Geldmenge stark erhöht wurde.

Bereits gibt es Umfragen, dass die Menschen, obwohl sie weniger verdienen nicht gewillt sind auf den gewohnten Luxus zu verzichten und verlangen, dass die Preise der Luxusgüter sinken. Auch dieses in meinen Augen ein Zeichen für Deflation. Steigen die Preise und werden die Löhne und Gehälter nicht angeglichen, sinkt die Kaufkraft und letztendlich der Lebensstandard. Wann will der Staat unter diesen Umständen seine Kredite zurückzahlen, wenn heute schon darüber gesprochen wird, dass wir unseren Lebensstandard auf dem Rücken unserer Enkel ausleben?

Last Updated on Thursday, 02 September 2010 20:34