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06 | 09 | 2010
Fachapotheker/In PDF Print E-mail
Written by Gudrun Smith   
Saturday, 22 August 2009 05:59

Jeder der Allergien hat, holt seine Medikamente in der Apotheke, da dieses die Spezialisten des pharmazeutischen Fachgebietes sind. Apotheker (der besseren Lesbarkeit wegen verwende ich die männliche Form) arbeiten, wenn sie sich nicht anders spezialisiert haben in öffentlichen Apotheken und beraten Kunden zu Wirkung, Anwendung und Nebenwirkung von Arzneimitteln. Andere gehen in die Forschung oder Industrie. Nachdem Wirkstoffe sich an Tieren und Menschenzellen durch verschiedene Teststadien bewiesen haben, werden sie zu verabreichbarer Medizin verarbeitet und an freiwilligen Probanden getestet. Dabei wird die Gruppe der Probanden so geteilt, dass eine Gruppe ein Placebo verabreicht bekommt, dass heißt ein Medikament ohne Wirkstoff und die zweite den Wirkstoff einnimmt, damit die Wirkung im Vergleich zur Placebogruppe gemessen werden kann.

Allgemeinapotheker

Fachapotheker für Allgemeinpharmazie haben sich auf das pharmazeutisches Fachgebiet der Beratung von Kunden über die sachgerechte Anwendung und Aufbewahrung, über die Wirkungsweise und die Nebenwirkungen von Medikamenten spezialisiert. Das bedeutet sie haben sich intensives Wissen darüber angeeignet, wie Medikamente wirken, welche Medikamente nicht zusammen passen, da viele Kunden unter Komorbidität leiden und daher nicht jedes Medikament  kombiniert nehmen dürfen. Oder denken Sie an Menschen die eine Allergie gegen bestimmte Wirkstoffe haben, auch hier muss der Apotheker und natürlich auch der Arzt genau überlegen welche Medikamente dieser Mensch verträgt. Sicher werden Medikamente heutzutage auch gegen Allergien getestet, aber gänzlich ausschließen lässt sich dieses nicht. Am Bekanntesten ist wahrscheinlich die Penicillinallergie.

Apotheker betätigen sich heute häufig auch als Gesundheits- und Ernährungsberater. Viele Menschen fragen in Apotheken nach Nahrungsergänzungsmittel nach, weil sie aufgrund ihrer Allergien nicht alles zu sich nehmen dürfen. Dieser Geschäftsteil wird in den nächsten Jahren sicher weiter ausgebaut, da die Krankenkassen in Zukunft viele Krankheiten aus dem Behandlungskatalog streichen werden, so dass der Kunde sich in der Apotheke Rat suchen und Medikamente kaufen muss. Die freiverkäuflichen Produkte reichen von der Schmerztablette über Hustentee und Nasenspray zu Entwässerungskuren und Abnahmehilfen. Auch Badezusätze, Kosmetik für Allergiker und homeopathische Präparate gehören mit zu den Verkaufsprodukten einer Apotheke. Aber auch bei Verletzungen helfen Apotheker die richtigen Salben und den richtigen Verband zu finden, denn eine Brandverletzung braucht eine anderes Pflaster als eine Schirfwunde eines Kindes.

Da eine Apotheke nicht alle Medikamente auf Lager haben kann, gehört es zu den Aufgaben eines Apothekers diese kurzfristig zu besorgen oder den Kunden mit seiner Beratung von einem ähnlichen Produkt mit demselben Wirkstoff zu überzeugen. Häufig werden Generikaprodukte verwendet. Die Rücksprache mit dem Arzt kann auch zu einer Lösung finden. Gute Apotheker sind auch in der Lage spezielle, vom Arzt verschriebene Rezepturen, z.B. Salben eines Arztes selber herstellen.

Das Messen des Blutdruckes bzw. Blutzuckerspiegels oder das Anlegen Verbände oder Kompressen sind weitere Aufgaben die Apotheker für seine Kunden durchführt.

Da ein Allgemeinapotheker häufig seine eigene Apotheke leitet, warten auf ihn nach den Ladenöffnungszeiten Verwaltungs- und Buchhaltungaufgaben sowie die Weiterbildung, da regelmäßig neue Medikamente auf den Markt gebracht werden.

Krankenhausapotheker

In großen Krankenhäusern befindet sich heutzutage in der Regel eine Apotheke. Die Aufgaben einer Krankenhausapotheke unterscheiden sich natürlich von einer Stadtapotheke. Fachapotheker, die im Krankenhaus arbeiten sind in klinischer Pharmazie spezialisiert und beraten Mediziner, Pflegepersonal und Krankenhausträger über Arzneimittel. Dabei legen sie besonderen Wert auf die Wirtschaftlichkeit. Im Unterschied zu allgemeinen Apothekern übernehmen die Fachapotheker in Krankenhäusern Arneimittelanamnesen und führen gegenfalls therapeutisches Dug Monitoring durch. Da es im Krankenhaus keine Öffnungszeiten gibt, wird hier häufig im Schichtdienst, einschließlich Sonn- und Feiertage, gearbeitet und die Belieferung der Medikamente spielt hier eine wesentlich größere Rollle.

Pharmazeutische Analytik

Apotheker, die sich auf den Bereich pharmazeutische Analytik, pharmazeutische Technologie und Arzeimittelinformationen spezialisieren, arbeiten in der pharmazeutischen Industrie. In Zusammenarbeit mit allgemeinen Apothekern und Pharmazeuten entwickeln, prüfen sie Medikamente bis zu ihrer Zulassungsreife. Danach dauert es in der Regel weitere Jahre bis ein Medikament marktreif ist, da danach der lange Weg der Patentierung folgt. Die Erprobung und Erforschung neuer Darreichungsformen und Therapien, auch bereits vorhanderer Medikamente, ist ein weiteres Aufgabengebiet dieser Berufsgruppe. Während der Allgemeinapotheker breites Wissen über eine Vielzahl von Medikamenten und freiverkäuflichen Produkten erwirbt, richtet sich in der pharazeutischen Analytik das Wissen viel stärker auf die biologischen und chemischen Reaktionen von Zellen und Organismen. Beim Menschen nennt man dies die Bioverfügbarkeit, d.h. den Apotheker interessiert das Ausmaß und die Geschindigkeit mit der ein Arzneimittel den Blutkreislauf erreicht und wie sich der Wirkstoff bei verschiedenen Darreichungsformen entwickelt. Ein als Flüssigkeit eingenommenes Medikament gerät im Vergleich schneller in den Blutkreislauf ein als Tablette Eingenommenes. Auch Fragen wie lange ein Wirkstoff im Körper aktiv ist und wann eine in neue Dosis erforderlich ist, sind Fragen mit denen sich diese Berufsgruppe beschäftigt.

Apotheker die in der Forschung tätig sind, entwickeln in einem interdisziplinären Team mit Diplombiologen auch Impfstoffe. Ein aktuelles Beispiel ist die Schweinegrippe. Diese zeigt auch unter wie viel zeitlichem Druck in diesem Bereich teilweise gearbeitet wird. Denn auch hier gilt, nach dem der Impfstoff gefunden ist, das viele Testläufe vorangestellt werden müssen bevor der Impfstoff marktreif ist.

Toxikologie und Ökologie

Auch im Bereich der Toxikologie und Ökologie finden Apotheker Arbeit. Die Toxikologen untersuchen z. B. ob jemand vergiftet wurde, an einer Überdosis eines Medikamentes gestorben ist oder nehmen Proben, bereiten diese auf und untersuchen sie auf Abbauprodukte oder Dekontamination. Ein auf Ökologie spezialisierter Apotheker könnte sich auch entscheiden an den gesetzlichen Regelungen im Umweltrecht oder im Pflanzen- oder Strahlenrecht arbeiten.

Weiterbildung zum Fachapotheker

Das Studium der Pharmazie ist die Grundlage um die Approbation als Apothekerin zu erhalten. Zusätzlich ist eine Weiterbildung bei der Landesapothekenkammer zum Fachapotheker nötig. Wer also eine Apotheke betreiben will, benötigt gemäß Apothekengesetz die Erlaubnis der Behörde. Einige für die eine Weiterbildung zum Fachapotheker nötigen Arbeitsbereiche wurden oben beschrieben.

Wer keinen solangen Weg bis zur Karriere anstrebt, kann auch den Beruf des Pharmazeutisch-Technischen-Assistenten wählen.

Last Updated on Thursday, 02 September 2010 20:29