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06 | 09 | 2010
Zukunft der Arbeitswelt PDF Print E-mail
Written by Gudrun Smith   
Sunday, 14 June 2009 18:24

Das Wochenende habe ich viel Zeit damit verbracht mir Gedanken zu machen wie die Zukunft der Arbeit aussehen könnte. Besonders in der Wirtschaftskrise macht es Sinn über die Zukunft der Arbeit nachzudenken. Wie verändert sich unsere Arbeitswelt und wie sieht sie in 10 bis 20 Jahren aus?

Die Patentlösung habe ich sicher nicht, doch spricht vieles für eine stärkere Veränderung als uns lieb sein dürfte. Vorallem jene, die viele Jahre in einem Unternehmen gearbeitet haben, werden die Veränderung sehr hart merken. Hinzukommt, dass wir immer stärker den demographischen Wandel wahrnehmen; dieser aber auf dem Arbeitsmarkt bisher nur begrenzt angekommen ist.

In den nächsten Jahren dürfte sich die Schere derer, die gut ausgebildet sind und jenen mit geringer Bildung vergrößern. Das Arbeitsangebot für jene, die lebenslanges Lernen nicht ernst nehmen und meinen ach, es wird schon Arbeit für mich geben, und jenen, die sich regelmäßig weiterbilden wird in Zukunft an Deutlichkeit gewinnen, da in Zukunft die Weiterbildung stärker als bisher für gute Stundensätze mitverantwortlich sein wird.

Warum wird die Arbeit für gering Qualifizierte abnehmen?

Schauen wir uns kurz die Geschichte an. Im 20. Jahrhundert kam die Industrialisierung auf und jene die mit Maschinen Massenprodukte erfanden waren die Gewinner. Wie bereits in vielerlei Presse und Literatur geschrieben, will keiner eine 3. Waschmaschine oder das 5. Auto kaufen, so dass die Industrie an Bedeutung verliert. Die Massenproduktion brachte den Menschen lebenslang gesicherte Arbeitsstellen, da jeder eine Waschmaschine bzw. ein Auto haben wollte. Nun ist dieser Bedarf gesättigt, so dass die Dienstleistungsbranche, d.h. Unternehmen die Produkte rund um die Industrie anboten an Bedeutung gewannen. Diese wird es auch in Zukunft weitergeben, doch die industrielle Fertigung wird noch stärker von Robotern und Maschinen übernommen und wo das nicht möglich ist wird diese Arbeit in andere Länder, die billiger sind, exportiert. Das bedeutet, es werden Menschen gebraucht die die Maschinen bauen und kontrollieren, aber ansonsten sind kaum noch Arbeitskräfte mehr nötig.

Daher kommt nun das Zeitalter der Kreativen. Menschen die Ideen haben und für diese Ideen Freunde gewinnen. Wenn ich ein neues Auto verkaufe, gilt es nicht das Auto als solches zu verkaufen, sondern die Mobiliät die mir dieses Auto gewährleistet. Ein anderes Beispiel, wenn ich eine Waschmaschine kaufe, interessiert mich nicht, dass sie sauber wäscht, davon gehe ich heutezutage aus, sondern den Zeitgewinn, den ich durch das vorzeitige Programmieren gewinne.

In Zukunft wird es darum gehen, die individuellen Bedürfnisse des Kunden zu befriedigen. Unsere Arbeitswelt wird sich nicht mehr darum drehen, alle Menschen mit einem Produkt zu versorgen, sondern in Projekten die individuellen Bedürfnisse des Kunden zu befriedigen. Dazu benötigen wir auch in Zukunft unser Wissen, denn ohne dieses aktuelle Wissen werden wir nicht an den Projekten teilnehmen. Nach einem abgeschlossenen Projekt löst sich die Gruppe auf und jeder sucht sich ein neues Projekt. Damit sind wir schon mitten in der Veränderung der Arbeitswelt.

In Zukunft wird die Arbeit stärker individualisiert verlaufen. Viele Jobs bzw. Projekte können von Zuhause erledigt werden. Über Videotelefonie, Internet und Programme die bei Bedarf aus dem Internet geladen werden, können Projektmitglieder auf jedem Fleck Erde (mit Internet) zusammenarbeiten. Überlegen Sie doch mal warum eine Sekretärin nicht zu Hause arbeitet? Die zu bearbeitenden Unterlagen werden eingescannt und verschickt. Warum soll eine Sekretärin nur für eine Firma arbeiten?

Diese Form der Arbeit bedeutet, dass Arbeitnehmer innerhalb eines Projektes sicherlich 60 Stunden arbeiten und dann wiederum einige Wochen keine Arbeit haben und "Urlaub" machen können. Das diese Form von Arbeit nicht umbedingt gesundheitlich positiv ist, kann sich sicher jeder denken. Es kommt hinzu, dass in diesem Projekten keine Festangestellten tätig sind, sondern alles über Freiberufler laufen wird. Damit hängt dann auch die eigene Altersvorsorge und vieles mehr zusammen. Auch der Stress, dass Beruf und Arbeit wieder stärker miteinander verbunden sein werden, birgt manche Gefahr in sich.

Arbeit und Familie unter einem Dach

Zum einen gilt es die Familie stärker als bisher zu organisieren, denn Kinder verstehen nicht umbedingt, warum sie nicht zu Papa oder Mama ins Büro dürfen. Zum anderen gilt es die Familie als Ganzes anders als in unserer bisherigen Gesellschaft die Familie zu organisieren. Wann und wer geht in der Familie einkaufen? Wer macht wann den Garten? Erschwerend kommt wohl in Zukunft noch die Kurzfrisitigkeit mit der Projekte ins Leben gerufen werden hinzu. Das bedeutet ständig Abruf bereit zu sein und immer während neue Organisation, da sich die Situation sehr schnell ändern kann. Wer nicht bereit ist sich anzupassen, ist raus und lebt an der Armutsgrenze. Die Versorgung der Alten wird in dieser Arbeitswelt wieder in die Familie zurückgegeben. Für diese Menschen heißt es wieder, zupacken und sich um die Enkel kümmern.

Je stärker der Staat in der Wirtschaftskrise die industriestarken Unternehmen mit finanziellen Mitteln auffängt, je härter wird die Bodenlandung danach, denn dieser Trend wird sich nur auf Kosten des Wirtschaftsstandortes Deutschland aufhalten lassen.

Arbeit soll Sinn geben. Das wird sie in Zukunft sicher stärker als bisher. Dennoch wird sie wie in den vorherigen Jahrhunderten auch wieder stärker auf die Familie zurückdeligiert, das bedeutet auch, dass das Risiko erfolgreich zu sein, wieder stärker auf das Individuum zurückfällt und sich der Staat stärker aus der Verantwortung zieht.

Last Updated on Thursday, 02 September 2010 20:24