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06 | 09 | 2010
Gehaltsverhandlung PDF Print E-mail
Written by Gudrun Smith   
Wednesday, 25 March 2009 07:42

An irgendeinem Punkt während des Vorstellungsgespräches wird auch das Gehalt ein Thema werden. Dieses gestaltet sich für viele schwierig, da sie entweder keine Ahnung haben was sie verlangen können oder nicht das Selbstbewusstsein haben zu verhandeln. Daher habe ich entschlossen heute den Inhalt meines Blogs diesem Thema zu widmen.

Lassen Sie mich das Thema doch einmal von einer anderen Seite betrachten. Zur Zeit unterstütze ich einen Herrn bei der Erstellung seiner Unterlagen. Vorgestern entschied ich mich ihn anzurufen und mich mal über seine Unterlagen zu unterhalten. Während des Gespräches erzählte er mich von seiner Bewerbungsstrategie und ich war doch ziemlich erschrocken. Er hatte einen befristeten Vertrag, der über ein Jahr lief. Soweit so gut. Der Vertrag läuft Ende März aus und bis Anfang Januar hatte ihn sein Chef hingehalten, ob die Stelle nun verlängert würde oder nicht. Dann kam von den Entscheidern, dass endgültige Nein. Damit begann sein Dilemma, denn die drei Monate, die er sich hätte vorher arbeitssuchend gemeldet haben müssen waren bereits verstrichen und während der Phase des Wartens hatte er darauf vertraut, dass er verlängert würde. Es hatte ja schon einmal geklappt. Warum erzähle ich Ihnen diese Geschichte? Wenn Sie sich nicht um sich kümmern, haben Sie auch in den Verhaltsverhandlungen keinen Spielraum. Er musste realisieren, dass er die nächst beste Arbeitsstelle nehmen musste, damit die Zeiten der Arbeitssuche nicht zu groß werden und seine Chancen noch weiter sinken. Hätte er schon während des einen Jahres gesucht und sich beworben, hätte er dem zukünftigen Arbeitgeber mit seinen Gehaltsforderungen selbstbewußt entgegen treten können. Nun wird der potentielle Arbeitgeber im Vorstellungsgespräch merken, dass der Bewerber keine Alternativen hat und ihn entsprechend im Preis drücken.

Wenn Sie um einen Gegenstand handeln, überlegen Sie sich gute Argumente die Sie in den Verhandlungen einbringen möchten, um ihren Wunsch durchzusetzen. Sie bereiten sich für viele Fragen in einem Vorstellungsgepräch vor, aber warum nicht auch die Situation schaffen, dass sie erhobenen Hauptes über das Geld, welches Sie meinen Wert zu sein, zu verhandeln. Ein besonders Problem in Deutschland ist sicherlich, dass es verpönt ist über Geld zu sprechen. Daher wird es schwer werden Gehälter direkt zu vergleichen. Aber das Internet bietet verschiedene Möglichkeiten, dass Sie eine Richtschnur erhalten wieviel in einer Branche verdient wird. Das ist im anglo-amerikanischen anders. Dort sprechen die Menschen offen über das Geld, das sie verdienen.

Wenn Sie eine Idee dessen haben, was Sie verdienen möchten, geht es darum, nach Argumenten zu suchen, die es ermöglichen, dass Sie sich am oberen Ende positionieren können. Doch wie soll das vonstatten gehen? Da das Thema sehr komplex ist, bin ich nicht in der Lage Ihnen hier fertige Konzepte zu liefern. Beginnen Sie darüber nachzudenken, wo Ihre Stärken und wo Ihre Schwächen liegen. Wenn Sie diese gefunden haben, finden Sie heraus welche Stärken Sie für die Stelle prädestinieren. Wenn Sie sich darüber im Klaren sind, mit welchen Stärken Sie dich von den Mitbewerbern abheben, tasten Sie sich so langsam an den Kern des Problems heran. Denn wenn Sie Ihr Alleinstellungsmerkmal kennen, d. h. sie für sich herausgearbeitet haben, warum gerade sie auf die Stelle passen, gilt es im nächsten Schritt zu überlegen welchen Vorteil bringen Sie dem Unternehmen, der diesen Preis, den Sie verlangen werden rechtfertigt. Veilleicht helfen Ihnen folgende Fragen:

  • Was werden Sie zum künftigen Unternehmenserfolg betragen?
  • Welchen Aufgaben im Tagesgeschäft werden Ihnen auch ohne größere Einarbeitung gelingen?
  • Kann das Unternehmen Sie für Sonderaufgaben einsetzen?

Auch wenn Sie sich gut auf das Vorstellungsgespräch und im Besonderen auf die Frage nach dem Gehalt vorbereitet haben, bedeutet dieses nicht, dass die Gehaltverhandlung ein Selbstläufer ist. Welche Antwort würden Sie jetzt spontan auf die Frage: "Was wollen Sie denn verdienen?" antworten? Wie würden Sie reagieren, wenn Ihr potentieller Arbeitgeber ihnen deutlich zu verstehen gibt, dass er zur Zeit keinen Spielraum für überzogene Gehaltsforderungen hätten und ihnen den Vorschlag unterbreitet, das Gehalt nach einiger Zeit anzupassen. Haben Sie Antworten? Hier ein paar Beispiele wie sie entgegnen könnten:

  • "Da ich erste Erfahrung in der Personalentwicklung mitbringe, verhandlungssicher Englisch spreiche und während meiner Studienzeit in einer studentischen Unternehmensberatung in Projekten mitgearbeitet habe, glaube ich, dass ein Gehalt von 42000 Euro pro Jahr angemessen wäre."
  • "Da ich im Tagesgeschäft gleich Aufgaben übernehmen kann, brauche ich nicht soviel Zeit für die Orientierung und Einarbeitung. Das sollte sich auch im Gehalt widerspiegeln. Wenn Sie mir mit dem Gehalt noch etwas engegenkommen, werden wir uns sicherlich einig."

Seien Sie auf Widerstand vorbereitet. Überlegen Sie sich im voraus mögliche weitere Argumente, die Ihr potentieller Arbeitgeber bringe könnte, wenn es um Sie im Preis zu diskutieren. Bleiben Sie dennoch flexibel und überlegen Sie sich im voraus Joker die Sie aus dem Ärmel schütteln können. Denken Sie über Leistungen nach, die nicht direkt mit Geld in Zusammenhang stehen. Warum nicht nach Weiterbildungen fragen? Weil gezielte Weiterbildungen Ihren Marktwert auch für andere Unternehmen interessant machen. Überlegen Sie sich Argumente, warum die Fortbildungen auch für das Unternehmen, indem Sie gerade tätig sind, Vorteile hat. Denn nur wenn die Weiterbildungen Ihr Alleinstellungsmerkmal in der Firma untermauert, können Sie in die nächste Verhandlung gestärkt eintreten.

Wie verhalten, wenn das Thema nicht angesprochen wird?

Gehen Sie es offensiv an und fragen Sie welches Gehalt für die Stelle vorgesehen ist. Verfolgen Sie Ihre Strategie, doch seien Sie während der Verhandlung nicht starr.

Am Besten ist es, Sie haben mehrer Arbeitsstellen zu Auswahl. Dann können Sie wirklich aus der Position des Erhabenen verhandeln. Mir ging es bei Autokauf so. Nach etwas Suche hatte ich ein zweites Auto für einen niedrigeren Preis gefunden. Da der zweite Händler aber etwas weiter weg war, fuhr ich zuerst zum ersten und fragte ihn, ob er den Preis senken würde. Nach drei Minuten war ich aus dem Autohaus verschwunden, da er wohl meinte, ich würde nur den Preis drücken wollen. Zurück bin ich niemals wieder, da ich den anderen Wagen gekauft habe.

Daher lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn jemand Nein sagt. Doch schaffen Sie sich eine Position in der Sie es wagen können, selbstbewusst nein zu sagen. Dann haben Sie sich eine Position erarbeitet, die es ihnen ermöglich auszuwählen und Ihre Karriere für den nächsten Schritt vorzubereiten.

Wieviel können Sie in Ihrer Branche verdienen: Gehaltscheck

Last Updated on Thursday, 02 September 2010 20:24