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11 | 09 | 2010
Meister/in und Studium PDF Print E-mail
Written by Gudrun Smith   
Monday, 16 February 2009 07:21

Heute mal wieder ein ganz anderes Thema, dass dennoch viel mit Ihrer Karriere zu tun haben kann. Vor vielen Monaten erwähnte ich mal in einem Blog, dass es in Zukunft möglich sein wird, dass der Meister (auf die weibliche Form werde ich hier aufgrund des Leseflusses verzichten, doch sind diese selbstverständlich mit einbezogen) als Voraussetzung zum Studium akzeptiert werden sollte. Dennoch war mir nicht klar, auf welcher Ebene der Meister mit dem Studium beginnen würde. Dazu habe ich nun eine Antwort gefunden.

Ein Meister wird sich wie ein Abiturient in der Fachhochschule einschreiben können. Auch in Bayern und Baden-Württemberg, die sich lange sträubten, Meister aufzunehmen, ist es in der Zwischenzeit möglich zu studieren. Dabei gibt es noch ein interessantes Phänomen.

Kann ein Geselle an einer Fachhochschule studieren?

Die Antwort wird in Zukunft ja heißen. Doch ist der Zugang für ihn dahin gehend beschränkt, dass er drei Jahre Berufserfahrung gesammelt haben muss und einen fachgebundenen FH-Zugang erhält. Der Meister hingegen kann sich für jedes Fach einschreiben. Allerdings ist es in Baden-Württemberg bisher so, dass die fachgebunde Zulassung noch gilt.

Die Politik will auf diese Weise den Meistern und Gesellen die Möglichkeit eröffnen, ihre Karriere auszubauen. Doch möchte ich auch auf die Schwierigkeiten hinweisen, die ein solcher Weg mit sich bringen wird. Hier eine kurze Idee welchen Herausforderungen Meister und Gesellen in einem Studium zu stellen haben. Während die Abiturienten in der Oberstufe häufig in Mathematik Differenzial- und Integralrechnung anhand von Kurvendiskussionen lernten, Englisch mit aktuellen Themen wie Literatur vertieften, stehen Meister und Gesellen häufig vor dem Problem solche Themen niemals in der Schule kennengelernt zu haben. Nach meinen Kenntnissen, werden diese Themen auch nicht in der Meisterausbildung gelehrt. Dort werden einzig und allein Punkt-vor-Strich-Rechnung und Bruchrechnung benötigt. Dies gilt auch für technische Berufe.

Aus diesem Grund wird kein Run auf Fachhochschulen erwartet. Dennoch möchte ich Meister und Gesellen ermutigen diesen Schritt zu gehen. Besonders in der Wirtschaftskrise könnte es eine Möglichkeit sein, die Zeit für Weiterbildung zu nutzen, um zu Beginn des Aufschwungs sich beruflich auf eine passende Stelle zu bewerben und die Karriere weiter zu entwickeln.

 

Last Updated on Thursday, 02 September 2010 20:30