| Auswirkungen der Finanzkrise |
|
|
|
| Written by Gudrun Smith |
| Sunday, 19 October 2008 13:12 |
|
In aller Munde ist die Finanzkrise. Die Bankangestellten und Investoren haben Angst um Ihren Job. Die Regierung versucht mit einem nie dagewesenen Hilfspaket die Finanzkrise in erträglichem Maße zu halten. Zahlen werden die Bürger die noch durch gute Einkommen hohe Steuern zahlen. Doch sind sie auch die Schuldigen? In einem Artikel habe ich eine Studie von Soziologen gelesen, dass die Finanzkrise durch die amerikanische Mittelschicht verursacht wurde. Das mag auf den ersten Blick überraschen, doch wenn man sich einwenig über den Mittelstand in den USA Gedanken macht, versteht man, warum die Theorie nicht von der Hand zu weisen ist. Wer in den USA in der Mittelschicht aufgewachsen ist und in dieser heutzutage auch seine Kinder aufwachsen sehen will, ist gezwungen seine Kinder auf bestimmte Schulen zu schicken. Um sich dieses leisten zu können, wird verlangt, dass junge Familie in gehobenen Stadtteilen wohnen, so dass die Mieten bzw. Preise für die Häuser nur mit hohem Kredit finanziert werden können. Diese wurden in den letzten Jahren leichtfertig vergeben ohne das wirklich auf Bonität geachtet wurde. So haben Broker und Bänker bzw. auch andere Familien mit den ständig steigenden Aktien Ihre Häuser und Autos, etc. immer weiter als Pfand für die Kredite hinterlegt. Als nun die Finanzkrise ausbrach, fiel der Dax um ein x-faches ab und die fehlenden krisendsicheren Rücklagen der Banken kamen sehr schnell an die Oberfläche. Viele im Bankengeschäft sind davon ausgegangen, dass Kredite die Wirtschaft ankurbeln bzw. aufbauen, doch hatten vergessen, dass sie, um die Kredite zu sichern andere Rücklagen brauchen als Aktien und Derivate. Nun haben die Banken die Möglichkeit die Häuser zu versteigern, doch sind selbstverständlich auch dort schnell die Preise aufgrund der Masse schnell gesunken. Nun kommt diese Welle auch noch nach Deutschland und viele andere Länder. Wie kommt dieses? Da in der Zwischenzeit die Finanzwelt wie ein Spinnennetz zusammenhängt, ist auch Deutschland bzw. die EU betroffen. Auch hierzulande wurden Kredite von einigen Banken leichtfertig vergeben. In einem Artikel gerade heute las ich von einem Unternehmen, dem regelmäßig Banken versuchten Kredite bis in Millardenhöhe zu verkaufen und er immer wiederstanden hat, weil er ein Unternehmer alter Schule ist. Für ihn ist nicht das schnelle Wachstum, sondern das organische Wachstum wichtig, dh. er hat seine Unternehmesgewinne regelmäßig wieder in neue Läden oder in Waren gesteckt. Daher steht er jetzt im Gegensatz zu vielen Kollegen verhältnismäßig gut dar. Er beschreibt, dass der Einzelhandel nicht gut dasteht und das viele, vorallem kleine Einzelhändler sich nur noch mit dem Weihnachtsgeschäft über eine Insolvenz retten. Da auch er wie fast alle Wirtschaftsfachleute mit einer Stagnation oder vielleicht auch Rezession wie bereits in den USA rechnen, geht er davon aus, dass dieses Jahr das Weihnachtsgeschäft sehr mager ausfallen wird und eine Reihe von Insolvenzen zu Folge haben wird. Wo die Reise geht .... ist sich die Wirtschaft nicht einig. Sicher sind sich viele, dass die Bundesregierung mit Ihrem schnellen und konsequenten, wenn auch teueren Eingriff, richtig handelt. Doch bin ich mir nicht sicher, wie diese Rettungsaktion sich auf lange Sicht auswirken wird. Kann die Regierung ihre vergebenen Bürgschaften und Kredite von den Unternehmen in der vorgesehenen Zeit wieder einfahren, oder werden die Insolvenzen nur verzögert? Erinnern Sie sich noch an der große Bauunternehmen Holzmann? Dies wird nur die Zeit beantworten können, aber die Wirtschaftsfachleute gehen davon aus, dass wir in den nächsten zwei bis drei Jahren ein maginales Wirtschaftswachstum bzw. ein sinkendes Wirtschaftswachstum haben werden. Ich persönlich traue diesen Aussagen nicht und denke es werden mindestens fünf bis sieben Jahre. Wie wird sich dieses auf den Arbeitsmarkt auswirken? Auch hier sind sich die Wirtschaftsfachleute und Unternehmer uneinig. Fest steht, dass die Autoindustrie bereits starke Auftragsrückgänge verzeichnet und bei Zeitarbeitsfirmen hunderte von Entlassungen eingereicht haben. Auch hier wird heiß diskutiert, inwieweit diese konjunkturelle Abkühlung den Arbeitsmarkt erreichen wird. Ich persönlich denke, hier muss zwischen den Branchen unterschieden werden. Im Einzelhandel wird sicherlich noch der ein oder andere entlassen werden, doch sind Stimmen im Maschinenbau zu hören, die klar Ihre Zeitarbeitsmitarbeiter, die häufig ungelernt bzw. niedrig qualifiziert sind, entlassen werden, aber keine Fachkräfte freistellen wollen. Da ist der Tenor, wir haben aus der letzten Krise, in der wir die Fachkräfte entlassen haben, schmerzlich gelernt, wie schwierig ist es diese neu zu akquieren bzw. wie teuer es war diese wieder für ihre Spezialisierung auszubilden. Da ist in Firmen wieder die Bereitschaft da auf schnelles Wachstum zu verzichten und mit Ihren Fachkräften gemeinsam die Krise durchzustehen. Wieso meine ich, dass die Krise länger als zwei bis drei Jahre andauern wird? Weil wir eine Stagnation bzw. auch ein stark verlangsamtes Wachstum in Asien verzeichnen. China steht in einer strukturellen Umbauphase, die meines Erachtens tiefer reichen wird als öffentlich zugegeben. Bis zu Beginn des Jahres wurde in China auf Billigproduktion gesetzt, seitdem gibt es Gesetze die diese Unternehmen nicht mehr wirtschaftlich fördern, sondern hochwertige Produktionsstellen, Umweltschonene Produktionen gefördert werden. Zum anderen ist die industrielle Entwicklung in weiter Bereiche Chinas noch gar nicht angekommen. Wenn wir von der Wirtschaftsmacht bzw. -boom sprechen, reden wir von kleine Gebieten, in denen sich in China eine Mittelklasse entwickelt hat. Aber schauen wir uns auch mal den deutschen Markt an. Deutschland lebt von dem Export in den Osten, sei es "Russland" oder Asien. Wenn diese Länder wirtschaftlich einknicken, hat dies auch wieder Folgen für die deutsche Wirtschaft. Der Export geht zurück. Logistikunternehmen sind von dieser Konjunkturabschwächung bereits betroffen. Der Export nach China und Indien hat aufgrund der steigenden Preise stark nachgelassen. Noch sind viele Bestellungen von Containerschiffen offen, doch ist bereits klar, dass diese Schiffe auf Halde gekauft sind, da der Export nach Asien so teuer geworden ist, dass es sich für europäische Unternehmen nicht mehr lohnt in Europa zu fertigen und diese per Schiff nach Asien transportieren zu lassen. Damit ist klar, dass der nächste Aufschwung aus Europa selber kommen muss, oder die Firmen bereit sind im asiatischen Bereich zu produzieren. Viele Mittelständler werden sich eine Dependance dort nicht leisten können bzw. werden mit der Kultur, die es als Tugend versteht, Waren zu kopieren und nachzubauen, ihre Schwierigkeiten haben. Meines Erachtens ist es an der Zeit, dass Europa bzw. Deutschland sich auf seinen Tugenden, hochwertige Qualität zu produzieren und diese in seiner eigenen Region zu verkaufen, rückbesinnt. Dies wird auch bedeuten, dass Unternehmen wieder auf organisches Wachstum und weniger auf Kredit wachsen werden. Das bedingt sicher ein langsameres, aber gesünderes Wachstum. Wie sieht es bei SMITH-Consult aus? Da ich grundsätzlich immer auf organisches Wachstum gesetzt habe, stehen wir auf gesunden Füßen und ich hoffe, da ich zum Teil gerade umstrukturiere, dass wir auch in Zukunft wachsen werden. Wir werden in Zukunft eine weitere psychologische Dienstleistung anbieten. Für diese mache ich gerade die Weiterbildung. Der Vorteil in diesem Bereich ist, dass nur Diplompschologen in diesem Bereich tätig sein dürfen, so dass ich in Kürze keine Dumpingpreise erwarte und so hoffentlich in den nächsten Jahren weiter expandieren kann. |
| Last Updated on Thursday, 02 September 2010 20:27 |




