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14 | 08 | 2018
Psychologische Begriffe
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Written by Gudrun Smith   
Saturday, 15 March 2014 16:56

Psychologische Beratung

"Zur Ausübung von Psychotherapie gehören nicht psychologische Tätigkeiten, die die Aufarbeitung und Überwindung sozialer Konflikte oder sonstiger Zwecke außerhalb der Heilkunde zum Gegenstand haben." (Psychotherapeutengesetz, Paragraph 1, Berufsausübung, Abs. 3).

"Als psychologischer Berater arbeiten Sie mit Ihren Klienten außerhalb der Heilkunde. ... Sie arbeiten mit gesunden Menschen und ihre Kunden heißen Klienten und nicht Patienten." (www.weiterbildung-coaching.de)

"So wird nach seiner Meinung (Nestbaum, 2002) bei einer Beratung eher lebensereignisbezogen, netzwerkorientiert, präventiv, kurz und problemzentriert gearbeitet, während die Therapie tendentiell eher krankheitsbezogen, individuumsorientiert, kurativ, lang und  krankheitsbewältigungsorientiert sei.

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Im engeren Sinne - als Beratungstechnik - geht es darum Menschen bei der Bewältigung konkreter Lebensprobleme und Fragen durch die Vermittlung von Fachwissen zu unterstützen. Ein Experte gibt "überlegenes Wissen" an einen Ratsuchenden, damit dieser dann eigenverantwortlich Entscheidungen treffen kann. Der Berater (ob Steuerberater oder psychologischer Berater) sollte nicht in die individuelel Entscheidung des Klienten (statt Patienten) eingreifen und vor allem nicht den Beratenden als Person zum Gegenstand der Intervention machen wie dies für die Psychotherapie gilt.

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Beratung als Vermittlung von pschologischem Wissen ist stets dann indiziert, wenn ein umgrenztes und gut beschreibbares Problem vorliegt, für das der Betroffene zusätzliche Informationen benötigt, um zu einer Entscheidung oder Problemlösung zu kommen. Dies kann sich auf isolierte Probleme beziehen, z. B. bei Schul-, Sexual- oder Erziehungsproblemen.

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Insgesamt ist die Beratung als Technik der Wissensvermittlung bei gut eingegrenzten Problemen immanenter Bestandteil viele psychotherapeutischer Prozesse und auch als eigene Technik außerhalb von Psychotherapie bei eingegrenzter Problemstellung eine sinnvolle Hilfe." (Borg-Laufs, M. & Schmidtchen, S. (2011). Beratung. In Linden M., Hautzinger, M. (Hrsg.). Verhaltensmanual, S. 79-82, 7. Auflage, Spingerverlag.)

Nestabaum, F. (2002). Verhältnis von Beratung und Therapie. Psychother Dialog, 3, 402-409.

Last Updated on Saturday, 17 December 2016 13:39
 
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Written by Gudrun Smith   
Thursday, 13 March 2014 21:54

Bibliotherapie:

1. In der Bibliotherapie werden Bücher zu therapeutischen Zwecken verwendet. Dies können Romane, Schicksalsberichte, Biographien und psychologische Ratgeber für Betroffene sein.

2. Nutzen ausgewählter Literatur zur therapeutschen Unterstützung von Medizin und Psychiatrie wie ebenfalls Anleitung zur Lösung persönlicher Probleme über gesteuertes Lesen ("Third Iinternational Dictionary", 1961).

3. "... zur Veränderung von emotionalen und Verhaltensproblemen, aber auch als Möglichkeit der persönlichen Weiterentwicklung. (Santrock et. al., 1994).

Last Updated on Saturday, 17 December 2016 13:39
 
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Written by Gudrun Smith   
Sunday, 19 January 2014 22:45

Diagnostik

Der Mensch bzw. Menschen, z. B. Gruppen, Familien oder Paare stehen mit ihrem Verhalten und Erleben unter Beachtung situativer Faktoren im Mittelpunkt der Diagnostik. Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nicht zwangsmäßig um eine Persönlichkeitseigenschaft handelt. Zum Bespiel kann sozialer Rückzug auf traumatische Erlebnisse zurückgeführt werden, und muss nicht mit einer Persönlichkeitseigenschaft in Zusammenhang stehen.

Die Aufgabe der Diagnostik ist das Sammeln, Beschrieben, Klassifizieren und Verwerten von Informationen. Zu Beginn der diagnositischen Tätigkeit steht eine Fragestellung und nach der Erhebung und Interpretation von Informationen endet diese mit der Beantwortung der Fragestellung, z. B. in einem Gutachten. Diagnostik wird niemals um ihrer selbst durchgeführt, d.h. einen Test durchzuführen ist noch keine Diagnostik. Basis ist immer eine Fragestellung.

 

Dynamisch-interaktives Paradigma

Das Paradigma beschäftigt sich mit der langfristigen Persönlichkeitsentwicklung und beinhaltet den Einfluss der Persönlichkeit auf seine Umwelt.

Der gegenseitige Einfluss der Umwelt auf die Person und der Einfluss der Peron auf seine Umwelt wird in dem Begriff "interaktionistisch" dargestellt. Im Zusatz "dynamisch" wird die Wechselwirkung über die Zeit definiert.

Zum Beispiel geht man heute, im Gegensatz zum Behaviorismus, der die Person als passives Objekt verstand, davon aus, dass der Erziehungsprozess nicht nur im Einfluss der Eltern steht, sindern das Kind genauso das Verhalten der Eltern in der Erziehung beeinflusst.

Last Updated on Saturday, 17 December 2016 13:39
 
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Written by Gudrun Smith   
Wednesday, 18 December 2013 19:22

Wohlbefinden:

Wohlbefinden ist die subjektive Seite der psychischen Gesundheit. Das Wohlbefinden hängt nur in begrenztem Maße von der äußeren Lebenssituation ab und den objektiven Fähigkeiten ab. Schaut man sich Wohlbefinden wissenschaftlich etwas genauer an, erweist sie sich als Hierarchie eng verwandter Dispositionen.

Riff und Keyes (1995) entdeckten 6 verwandte, nicht identische Unterfaktoren des Wohlbefindens:

  • Selbstakzeptanz
  • Kontrolle über die Umwelt
  • sinnerfülltes Leben
  • persönliches Wachstum
  • positive soziale Beziehungen und
  • Autonomie

 

Last Updated on Saturday, 17 December 2016 13:39
 
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Written by Gudrun Smith   
Wednesday, 27 November 2013 16:59

Selbstbild:

Das Selbstbild bezeichnet die Vorstellung, die jemand von sich selbst und von seiner Person hat. Dieses ist durch Erlebnisse und Erfahrungen geformt. Jeder Fehler, jede Verletzung, Niederlage, aber auch jeder Erfolg formen tagtäglich unser Selbstbild.

Es kann zwischen dynamischem und statischem Selbstbild unterschieden werden. Beim statischen Selbstbild fühlt sich der Mensch abgelehnt, als Versager oder zum Beispiel als der letzte Idiot. Diese sind häufig pessimistisch und trauen sich wenig zu, da sie nicht an ihre Fähigkeiten und Qualitäten glauben. Menschen mit dynamischem Selbstbild hingegen nehmen unglückliche Situationen, um daraus ihr Verhalten zu verändern und der neuen Situation anzupassen. Sie nehmen eine Niederlage als Herausforderung an, um diese mit verändertem Verhalten positiv zu beeinflussen, z.B. Zwei Schüler erhalten für ihre Leistung eine 3-. Die Schülerin mit statischem Selbstbild, beginnt die Situation zu meiden, weil sie meint, ihre Anstrengungen lohnen sich nicht und es gibt keine Chance das gesetzte Ziel zu erreichen. Auf gut deutsch: Sie gibt auf. Die Schülerin mit dem dynamischen Selbstbild ist selbstverständlich auch bitter enttäuscht über die Note, doch sie beschließt, dass sie sich sich noch mehr anstrengen muss oder versteht die 3- als Warnsignal, dass sie sich jetzt auf den Hosenboden setzten muss und vorher einfach zu faul war.

Stress:

Stress ist ein zeitlich, gefühlsmäßiger belastender Zustand, der durch eine Situation bzw. eine Anforderung ausgelöst wird, die als bedrohlich empfunden wird, und über die die Person keine Kontrolle hat. Stress kann psychologische wie physiologische Störungen hervorrufen.

Eines der bekanntesten Stressmodelle ist das Transaktive Stressmodell von Lazarus. Dabei geht es darum, dass der Gestresste seine persönliche Situation neu bewertet. Stress kann durch persönliche Einstellungen und Erfahrungen beeinflusst werden.

Da heute häufig Stress durch das Arbeitsleben verursacht wird, hat Karasek ein Stressmodell, das sich mit der Arbeitssituation beschäftigt entwickelt, das Job-Demand-Control-Modell. Er geht davon aus, dass Stress vor allem dann entsteht, wenn die Arbeitsanforderungen sehr hoch sind und die Entscheidungsspielräume sehr gering.


Stressmanagement:

Bei Stressmanagement handelt es sich um einen Sammelbegriff, der Methoden um psychischen Stress zu reduzieren oder abzubauen, zusammenfasst.

Diese Methoden können auf dem Weg zu einer resilienten Persönlichkeit hilfreich sein. Mit Hilfe der Methoden werden Selbstheilungskräfte aktiviert, die der Person helfen mit äußeren Belastungen fertig zu werden, die Leistungsfähigkeit und der Gesundheit zu erhalten.

Dabei können nach Gössel (2009, S 434) drei Hauptwege und Ziele betrachtet werden:

1. Instrumentelles Stressmanagement: Es setzt an den Ressourcen an mit dem Ziel, diese zu reduzieren oder ganz auszuschalten, z.B. durch Umorganisieren des Arbeitsplatzes, durch Veränderung von Arbeitsabläufen, durch die Organisation von Hilfe, etc.

2. Kognitives Stressmanagement: Es zielt auf die Änderung der eigenen Merkmale in Form von persönlichen Motiven, Einstellungen und Bewertungen.

3. Regeneratives Stressmanagement: Dabei steht die Regulierung und Kontrolle der physiologischen und psychologischen Stressreaktionen im Vordergrund.

Praktisch werden häufig Einstellungsänderungen, Umstellung der Ernährung und Entspannungs- wie Achtsamkeitsübungen angewandt.

Last Updated on Saturday, 17 December 2016 13:39
 
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